Kreditwürdigkeit in der Eurozone

Im Laufe der letzten Jahre, bedingt durch die Krise der Wirtschaft und des Euros, nimmt zunehmend die Kreditwürdigkeit der Eurozonen Länder ab, zumindest laut Standard &Poor‘s. Doch was bedeutet das? Vor allem stellt sich für die Europäer die Frage, warum dies ausgerechnet ein Unternehmen mit Sitz in Amerika bestimmen soll. Kann die Zahlungsfähigkeit eines einzelnen Landes nicht der zugehörige Verbund, die EU bzw. Eurozone besser einschätzen?

Auch für einen Privatmann ist das Wort Kreditwürdigkeit ein heikles Thema, besitzt man keine, genießt man kein Vertrauen, so ähnlich dürfte es einigen Ländern nun in der Eurozone gehen. Frankreich und Österreich haben zuletzt ihr Triple AAA verloren, einzig Deutschland kam ungeschoren davon und dürfte auch auf längere Sicht keine Abstufung hinnehmen müssen. Die Konsequenzen waren kurzzeitig am Aktienmarkt zu spüren, aber nicht merklich. Der Anleger ist krisengebeutelt und schlechte Meldungen inzwischen gewöhnt. Doch stellt sich die Frage nach dem Warum. Was bewegt Standard &Poor’s dazu? In letzter Zeit mehren sich die Gerüchte, dass es um nichts anderes geht, als um Machtdemonstration. Es ist jedoch eine fragliche Art und Weise, westliche Länder auf eine Kreditwürdigkeit eines Entwicklungslandes zurück zu versetzen. Noch genießen Ratingagenturen ein relativ hohes Ansehen und vertrauen bei Anlegern, doch sollte sich diese willkürliche Machtdemonstration in diesem Maße fortsetzen, so werden sich in absehbarer Zeit einige davon distanzieren.

Für den europäischen Finanz- und Wirtschaftsmarkt sind die Folgen noch absehbar. Doch sollte man sich in Zukunft unabhängiger gestalten, die permanente Verunsicherung der Anleger durch Ratingagenturen führt auf Dauer zu einem schlechten Klima in der Wirtschaft und Politik. So sollten die rein wirtschaftlichen Dinge und keine politischen Possen im Vordergrund stehen, um objektive Ratings abzugeben. Eine Alternative wäre sicher eine unabhängige, von der EU kontrollierte, Ratingagentur, um ein Gegengewicht zu den amerikanischen zu schaffen.

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